Architekturwettbewerb Cevi-Haus, Illnau-Effretikon

Wir durften unsere Ideen für den Neubau vom Cevihaus in Effretikon in Form eines Wettbewerbsprojektes präsentieren. In der Freizeitzone am Waldrand soll der Neubau entstehen. Unsere Idee basiert auf einem zweigeschossigen Gebäude, wobei die kalten und die beheizten Räume je ein Geschoss in Anspruch nehmen. Die Nutzungseinheiten sind alle direkt von Aussen zugänglich und die räumliche Trennung von den Ceviräumen und dem vermietbaren Veranstaltungsraum war uns wichtig.

Architekturwettbewerb Cevi-Haus, Illnau-Effretikon

Nachhaltig und unkompliziert
Das neue Cevihaus legt grossen Wert auf eine einfache, robuste und flexible Bauweise, sowie nachhaltige Baumaterialien. Das Konzept ermöglicht einen hohen Anteil an Eigenleistung sowie unkomplizierte Anpassungen an künftige Nutzungsbedürfnisse. Die serielle Konstruktion erlaubt zudem eine wirtschaftliche Realisierung und flexible Reaktion auf individuelle Wünsche.

Räumliche Organisation
Das Erdgeschoss ist unbeheizt und nimmt die Lagerräume für den Cevi und Technikflächen auf. Es ermöglicht die Zufahrt für Fahrzeuge. Die gedeckte Aussenfläche dient als Sammelplatz vor dem Samstagsprogramm sowie zum Ein-/Ausladen von Material.
Das beheizte Obergeschoss ist über zwei Zugangswege – einen davon behindertengerecht – erreichbar. Alle Räume oder Nutzungseinheiten sind unter einem grossen, durchgehenden Vordach direkt von Aussen über Fenstertüren erschlossen. Dadurch wird die beheizte Erschliessungsfläche auf ein Minimum reduziert und gleichzeitig maximale Flexibilität für Nutzung und Vermietung erreicht. Die seriell aneinandergereihten Räume orientieren sich mit ihren Fenstern nach Westen und Norden mit Ausblick übers Feld.

Flexibilität für verschiedene Nutzungen
Das Gebäude folgt einer klaren funktionalen Trennung. Der Saal kann mit oder ohne Küche sowie mit Eingangsbereich, Garderobe und den Nasszellen extern vermietet werden, währenddessen bleiben die Gruppenräme der Cevi ungestört benutbar. Der Stauraum ist intern sowohl vom Saal wie auch von den Gruppenräumen zugänglich.

Konstruktion, Tragstruktur und Haustechnik
Die Bauweise folgt dem Prinzip der Einfachheit und Anpassungsfähigkeit. Die Bauteile werden so ausgelegt, dass sie viele Eigenleistungen ermöglichen, spätere Anpassungen erleichtern und die Baukosten tief halten. Alle haustechnischen Installationen verlaufen weitgehend sichtbar (Aufputz). Die Wärmeverteilung erfolgt über Radiatoren, wodurch auf aufwändige Installationsschichten verzichtet werden kann und spätere Änderungen unkompliziert bleiben.
Die Innenwände sind abgesehen von zwei ausstreifenden Querwänden sowie der Trennwand zwischen Küche und Saal nicht tragend. Das Gebäude folgt einer einfachen und klaren Struktur, wobei die Decken aus primären Querträgern sowie sekundären Trägern in einer Ebene gebaut werden. Die Wände werden als Holzrahmenelemente vorgefertigt oder vor Ort erstellt. Das Dach wird von primären Fachwerkträgern aufgespannt und wird mit Welleternit oder Photovoltaikplatten eingedeckt. Es benötigt kein Unterdach. Das Vordach wird über V-förmige Stützen abgetragen. Die Position der V-Stützen wird spielerisch variiert.
Durch die einfache und klare Gebäudestruktur ergeben sich viele Wiederholungen, Bauteile, die immer gleich sind (Holzelemente, Fenster, Fensterläden, etc.) was wiederum eine kosteneffiziente und rationelle Bauweise ermöglicht.

Fassade
Das Erdgeschoss in Sichtbeton ist robust, dauerhaft und funktional. Die Fassade des Obergeschosses erhält eine vorgehängte, hinterlüftete Holzschalung mit sägerohen, unregelmässig breiten Holzbrettern. Raumhohe Fenster mit farbigen Klapp- resp. Faltschiebeläden setzen einen lebendigen Akzent und schaffen eine spielerische Identität, wobei die Cevi-Farben verwendet werden können. Die Fensterläden dienen einerseits zur Verdunkelung der Räume aber auch zum Schutz gegen die Witterung und für den Kälteschutz, während dem das Haus nicht benutzt wird.

Optionen
Das gewählte räumliche und strukturelle Konzept erlaubt mit dem Beginn der Planung sowie auch für zukünftigen Umbauten einige Adaptionen. Bei Bedarf könnte der Eingangsbereich entfallen, sodass der Saal direkt von aussen erschlossen würde.
Der vor den Gruppenräumen vorgelagertem Vorraum kann entfallen, so dass die Gruppenräume alle über die gesamte Gebäudetiefe hinweg gehen und direkt von aussen erschlossen werden. Die Trennwände sind nicht tragend und können je nach Wunsch auch durch eine Faltwand ersetzt werden, wobei die Gruppenräume flexibel separat oder als einen Raum genutzt werden könnten.

Erweiterbarkeit und Zukunftsfähigkeit
Das Gebäude soll erweiterbar, wandelbar und somit über Generationen dauerhaft sein. Das konstruktive Konzept berücksichtig die langfristige Weiterentwicklung des Cevihauses. Da die Innenwände mehrheitlich nicht tragend sind und jeder Gebäudeabschnitt mit einer Fenstertüre versehen ist, sind räumliche Anpassungen an zukünftige Bedürfnisse einfach realisierbar. Mit der gewählten Geschossdecke lässt sich auch später eine interne Treppe einbauen. Mit der Grundhaltung der Wandelbarkeit des Gebäude möchten wir einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten und allem voran ein Haus für mehrere Generationen planen.

Nachhaltigkeit und schonender Umgang mit Ressourcen
Die beheizten Räume werden kompakt in ein Geschoss gepackt. Mit dem Konzept des Kaltdaches kann das beheizte Volumen nochmals reduziert werden und durch die Einfachheit und die Wiederholungen von den Bauelementen werden die Komplexität sowie die Baukosten tief gehalten. Mit der Wahl von möglichst ressourcenschonenden Materialien, insbesondere Holz als erneuerbaren Baustoff, möchten wir die Nachhaltigkeit unterstreichen. Die Aufputz-Installationen lassen sich später unkompliziert ersetzen. Somit ist das Haus bereit für eine lange Lebensdauer.

Leistungen

Eingeladener Architekturwettbewerb

Architektur

Orsingher Roth Architekten

Planung

2025

Bauherrschaft

Verein „Es Dach für de Cevi“